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„… ein wahrhaft patriotisches Werk der österreichischen Geschichtsforschung...“

„… ein wahrhaft patriotisches Werk der österreichischen Geschichtsforschung…“

Graf Egbert Belcredi (1816-1894) Tagebücher

Die Tagebücher von Graf Egbert Belcredi wurden in den 1970er Jahren vom Brünner Historiker Antonín Okač transkribiert. Diese erste Transkription wurde von der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs zur weiteren Bearbeitung übernommen.

Graf Egbert Belcredi, Besitzer der Herrschaft Lösch/Líšeň bei Brünn und älterer Bruder von Graf Richard Belcredi (1823-1902), des Vorsitzenden des Ministerrats, Staats- und Polizeiministers von 1865 bis 1867, war einer der einflussreichsten konservativen Politiker Mährens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bereits im späten Vormärz gehörte er der ständischen Opposition an und stand in engem Kontakt zu seinem Cousin Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg. Er war Mitglied der mährischen Stände und des mährischen Landtags im Jahr 1848 und wiederum von 1861 bis zu seinem Tod 1894. Von 1868 bis 1894 leitete er als Präsident die Matice Moravská. Über Mähren hinaus war er politisch als Mitglied des Abgeordnetenhauses des Reichsrats von 1879 bis 1891 aktiv. 1877 wirkte er als Präsident des ersten allgemeinen österreichischen Katholikentags in Wien. Auch gehörte er 1860 zu den Gründern und Miteigentümern der führenden Wiener konservativen Tageszeitung “Vaterland”, deren Oberleitung er von 1888 bis zu seinem Tod 1894 inne hatte.

Die Bedeutung der Tagebücher hängt eng mit der Person Egbert Belcredis zusammen, die an der Schnittstelle von tschechisch-staatsrechtlicher, katholisch-konservativer und christlich-sozialer Politik angesiedelt ist. Sie geben darüber hinaus Einblicke in die Geisteshaltung eines sehr profilierten und kontroversen Vertreters des österreichischen Adels, verbunden mit viel Lokalkolorit. Für Mähren stellt Belcredis Tagebuch in der Überlieferung das Gegenstück zur Korrespondenz des verfassungstreuen „Elder Statesman“ Johann von Chlumecky dar, die sich ebenfalls im mährischen Landesarchiv in Brünn befinden.

Die Arbeiten an der Edition werden seit Ende 2010 im Auftrag der Kommission durch Mag. Martina Winkelhofer-Thyri und Mag. Johannes Kalwoda fortgeführt. Die nächsten Arbeitsschritte sind die Überprüfung der bereits fertig vorliegenden Transkription, die Erstellung von Kommentar, Register und Einleitung und schließlich die Vorbereitung für den Druck.

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