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„… ein wahrhaft patriotisches Werk der österreichischen Geschichtsforschung...“

„… ein wahrhaft patriotisches Werk der österreichischen Geschichtsforschung…“

Die Edition der Tagebücher des Karl Grafen Zinzendorf (1749/1752-1813)

Leitung und Mitarbeit: Prof. Dr. Grete Klingenstein Email

Mitarbeiterin der Kommission: Dr. Eva Faber Email

Karl Graf Zinzendorf (1739-1813)

Er entstammt einer alten niederösterreichischen Familie, deren protestantischer Zweig sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Sachsen niedergelassen hatte. Sein Onkel Nikolaus Ludwig (1700-1760) – der Halbbruder seines Vaters Friedrich Christian (1697-1756) – war der Gründer und erste Bischof der Herrnhuter Brüdergemeinde.

Seine Studien in Jena (1756-1761) umfassten die Rechts-, Polizey- und Kameralwissenschaften, die Staatenkunde, die Geschichte samt Hilfswissenschaften, Mathematik, Astronomie, Physik und Botanik; auch lernte er dort Englisch und Italienisch und nahm Klavierunterricht. Sein ältester Bruder Ludwig (1721-1780) konvertierte 1739 in Dresden und übersiedelte 1742 nach Wien, um eine Erbschaft anzutreten. Im engsten Kreis des Wenzel Anton von Kaunitz (1711-1794) machte er als Wirtschaftsexperte Karriere und holte Karl 1761 nach Wien. Hier setzte Karl unter Anleitung seines Bruders und dessen Freunden seine Ausbildung durch Lektüre und durch Praxis im niederösterreichischen Kommerzienrat (1762-66) fort, war in dem für die ganze Monarchie zuständigen Kommerzienhofrat (1766-76) und in der 1768 eingerichteten Staatswirtschaftsdeputation (1770-76) tätig. In diesen Ratsgremien und durch Inspektionsreisen bildete er sich zu einem Fachmann für Manufakturen, Zollwesen, Verkehr, Bergbau, Binnen-, Außen-, Überseehandel und auch für Schifffahrt. Seine Reisen wurden von 1763/64 bis 1775 von Kaunitz gefördert und von Maria Theresia finanziert. Sie führten ihn in alle Erbländer der österreichischen Monarchie und in sämtliche Staaten Europas mit Ausnahme des Osmanischen Reiches. In den Hauptstädten verkehrte er dank seiner Herkunft und dank seines Auftrages mit den führenden Politikern, zumal Wirtschaftspolitikern, mit Schriftstellern, Ärzten, Wissenschaftlern, Künstlern und Mitgliedern der Hofgesellschaft. Der Besuch von Manufakturen, Handels- und Bankhäusern, Hafenanlagen, Kanälen und Bergwerken war Teil seines Reiseprogramms im In- und Ausland. Er war ein unermüdlicher Leser von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften und Sammler von Landkarten, ein eifriger Briefschreiber und wie sein Bruder Ludwig, der Gründer und erste Präsident der Hofrechenkammer, Verfasser umfangreicher politisch-ökonomischer Schriften und auch von historisch-genealogischen Abhandlungen.

Von 1776 bis 1782 hatte er als Gouverneur von Triest Gelegenheit, seine physiokratischen bzw. protoliberalen Überzeugungen umzusetzen. 1778 las er, wohl einer der ersten in der österreichischen Monarchie, Adam Smiths Wealth of Nations (1776) und Edward Gibbons History of the Decline and Fall of the Roman Empire (1776). Von Joseph II. 1782 nach Wien berufen, wirkte er bis 1792 als Präsident der Hofrechenkammer und von 1784 bis zu seinem Rücktritt 1788 als Präsident der Robotabolitions- und der Steuerregulierungshofkommission. Er war somit eine Schlüsselfigur in der Politik Josephs II., anfangs als dessen Protegé, später als ein Exponent der antijosephinischen Strömungen. Seit 1792 gehörte er als Staatsminister dem Staatsrat an und war seit 1802 Staats- und Konferenzminister. Von der Mitwirkung der Stände als intermediärer Gewalten im Staate überzeugt, versah er in den Krisenjahren nach 1787 außerdem als Kommissär des Herrenstandes und seit 1801 als Landmarschall des Landes unter der Enns hohe Funktionen im Verwaltungsapparat der niederösterreichischen Stände.

Als jüngster von sechs Brüdern war er gänzlich unbemittelt. Am 14. März 1764 konvertierte er in Wien zum Katholizismus und trat 1765/1770 zum Zwecke seiner Basisversorgung in den Deutschen Orden ein. Von 1801 bis zu seinem Tod hatte er als Landkomtur das höchste Amt dieses Ordens in der Ballei Österreich inne. 1766 wurde er in Malta in der Loge Saint-Jean d’Ecosse du Secret et de l’Harmonie für den Freimaurerbund vorbereitet; noch im gleichen Jahr wurde er in Straßburg in die Loge „De la Candeur“ aufgenommen.

Die Tagebücher

Zinzendorf führte Tagebuch in französischer Sprache kontinuierlich von seiner Kindheit (1749/1752) an bis zu seinem Tod. Die 56 Tagebuchbände bilden einen Teil des umfangreichen Nachlasses Zinzendorf im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien. Die Gluck-, Mozart-, Haydn- und Rousseau-Forschung hat das Tagebuch als kulturhistorische Quelle ersten Ranges vor 1900 entdeckt. Doch erst der Salzburger Historiker Hans Wagner (1921-1990) gab zu Beginn der 1970er Jahre als Mitglied der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs die Anregung zur Erschließung dieses höchst bedeutsamen Zeitdokuments und Selbstzeugnisses, das durch regelmäßige Eintragungen, dichte Beobachtung und kritische Selbstreflexion besticht. Es ist bis heute weitgehend unerforscht.

Publikationen

1. Auswahledition „Jugendtagebücher“, 1747/1752-1763
Karl Graf von Zinzendorf: Aus den Jugendtagebüchern 1747, 1752 bis 1763. Nach Vorarbeiten von Hans Wagner †, hrsg. u. kommentiert v. Maria Breunlich und Marieluise Mader. Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs Bd. 84. Wien-Köln-Weimar: Böhlau, 1997.

Die „Jugendtagebücher“ bringen ausgewählte Texte zum Familienleben, zur religiösen Bildung und Erziehung im pietistisch geprägten Elternhaus in Gauernitz bei Dresden, zum Studium in Jena mit Ausflügen nach Weimar und Erfurt, zur Akkulturation im Milieu des Wiener Hofadels, zu den Anfängen als einer der für Wien und Niederösterreich zuständigen Kommerzienräte und zur ersten Reise nach Danzig, 1763.

2. Volledition
Unter Leitung von Grete Klingenstein wurde in den 1990er Jahren begonnen, die Tagebücher der Gouverneurszeit in Triest (1776-1782), der Reisen in die Schweiz (1764), nach England, Schottland und Irland (1768) und nach Ost- und Nordeuropa (1774/75) für eine Volledition zu bearbeiten und weitere Tagebuchbände zu transkribieren.

2009 erschienen:

Europäische Aufklärung zwischen Wien und Triest

Die Tagebücher des Gouverneurs Karl Graf Zinzendorf 1776-1782. Herausgegeben von Grete Klingenstein, Eva Faber und Antonio Trampus. 4 Bände. Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs Bd. 103. Wien-Köln-Weimar: Böhlau, 2009
(Externer LinkWebseite)

Band 1:
Grete Klingenstein: Karl Graf Zinzendorf, erster Gouverneur von Triest, 1776-1782. Einführung in seine Tagebücher.

Band 2:
Grete Klingenstein, Eva Faber und Antonio Trampus (Hg.): Die Tagebücher, 31. Mai 1776 bis 31. Dezember 1778 (Text).

Band 3:
Grete Klingenstein, Eva Faber und Antonio Trampus (Hg.): Die Tagebücher, 1. Jänner 1779 bis 11. Februar 1782 (Text).

Band 4:
Grete Klingenstein, Eva Faber und Antonio Trampus (Hg.): Index.

Als Gouverneur von Triest, das durch die seit 1719 gewährten Freiheiten eine Sonderstellung in der österreichischen Monarchie besaß, leitete Karl von Zinzendorf 1776 bis 1782 die Wende vom Merkantilismus zum Liberalismus ein. Durch die Intervention des Konvertiten erhielten die Triestiner Lutheraner 1778 das Recht zur öffentlichen Religionsausübung, d.h. die Gleichstellung mit Juden, Griechisch-Orthodoxen und Armeniern. Die anderen Schauplätze des Tagebuches sind Wien, Venedig und als Randzonen der Aufklärung Görz-Gradisca, Kärnten, Krain, Istrien und die Kroatische Militärgrenze. In Wien führte er in den Audienzen bei Maria Theresia und Joseph II. und in den Salons des kosmopolitischen Hofadels Gespräche über die Innen- und Außenpolitik und über das Weltgeschehen, u. a. die Amerikanische Revolution und Cooks Weltumseglung, und aus den Reihen der Bürokratie treten Männer der zweiten Ebene als Mitarbeiter wichtiger Reformvorhaben hervor. Wie kein anderes Zeitdokument spiegeln die Tagebücher das Kräftespiel der politischen und wirtschaftlichen Interessen von den untersten lokalen Ebenen bis zu den höchsten Entscheidungsinstanzen in Wien wieder.
Im ersten Band, einer eigenständigen Studie, führt Grete Klingenstein in die Edition ein und zeigt gleichzeitig, welche reichen Erkenntnisse die bislang unerforschten Tagebücher beinhalten. Der Text des Tagebuches ist in den Bänden 2 und 3 enthalten. Als Resultat der Grundlagenforschung dient ein hoch differenzierter Index (Band 4) von über 12.000 Einträgen zur Identifizierung und Erklärung von Personen, Toponymen, Bücher-, Zeitungs- und Zeitschriftentiteln, Theater-, Opern- und Balletaufführungen und zur Erläuterung von Politik, Wirtschaft, Seefahrt, Technik, Wissenschaft, Kunst und Religion.

In Vorbereitung:

Helmut Watzlawick, Grete Klingenstein, Eva Faber unter Mitwirkung von Hanna Begusch (Hg.), Die Schweizer Reise des Karl Grafen Zinzendorf, 1764.

Grete Klingenstein, Elisabeth Fattinger, Derek Beales, Eva Faber unter Mitwirkung von Erwin Reisinger (Hg.), Karl Graf Zinzendorf in Großbritannien, 1768.

Proben aus „Europäische Aufklärung zwischen Wien und Triest“, 1776-1782, Index, Band 4:

Beniofsky / Beniovsky / Benjofski / Be­ny­ow­sky / Benyovszky / Benovsky, Moritz August, 1778 Gf. (1741/46–86): geb. in Oberungarn, ca. 1762 in k. Armee, de­ser­tierte, trat 1768 in die in Polen gegen Ruß­land gegr. Konföderation von Bar ein­, GQuM, 1770 in russ. Gefangenschaft ver­bannt nach Kamtschatka; nach Re­bellion bereiste er bis 1771 auf einem ge­kaperten russ. Kriegsschiff als erster See­fah­rer den Nordpazifik (Aleuten, Alas­ka, Japan, Tai­wan) bis Macao; auf seiner Fahrt nach Frankreich, wo er im Juli 1772 eintraf, ging er in Madagaskar an Land; er ge­wann den frz. Hof für seine Ko­lo­ni­sa­tions­pläne, wurde zum Gouv. der Insel er­nannt, wo ihn die Eingeborenen 1776 als Ks. anerkannten; 1778–79 nahm er, Bri­ga­dier in der frz. Armee, am Bayer. Erb­fol­gekrieg teil und unterbreitete Anfang 1780 dem Wiener Hof die Projekte einer Kriegs­marine und einer Verkehrs­ver­bin­dung von Komorn nach Fiume; hielt sich 1780 in Triest und Fiume auf; seit 1777 mit Franklin befreundet, kämpfte er 1779 und 1781–82 in Amerika. 1783 ver­suchte er, Joseph II. für die Errichtung einer österr. Kolonie auf Madagaskar und die brit. Reg. für eine Expedition dorthin zu gewinnen; 1784 wieder in Amerika, grün­dete er für den Madagaskar-Handel eine Ge­sellschaft, kehrte über Brasilien auf die Insel zurück, wo er 1786 von einer frz. Truppe, die seine Pläne vereiteln soll­te, in einem Gefecht erschossen wurde; seine Voyages et Mé­moi­res, 4 vols (frz. Ma­nus­kript 1791 veröff.) wurden 1790 in Lon­don unter dem Titel The Memoirs and Travels of Mauritius Augustus Count de Benyowsky … veröff.; Ü. folgten ins Dt. 1791 und Poln. 1797; ∞ 1767/68 Susanna, geb. Hönsch 479–85, 755, 805, 947

Berry: Landschaft und Gft. in Zentralfrankr., Hauptstadt Bourges; mit einem Arrêt du Con­seil vom 12. Juli 1778 wurde auf Ver­anlassung Neckers eine neue Assemblée provinciale, bestehend aus elf Geistlichen, zwölf grundbesitzenden Adeligen und 24 Vertretern des dritten Standes, davon zwölf Vertretern der Städte und zwölf länd­lichen Besitzern, einberufen; sie soll­ten nach Köpfen abstimmen, alle zwei Jah­re zusammentreten und einen Monat tagen; in der Zwischenzeit sollte ein bu­reau d’administration die Ausführung der Be­schlüsse betr. Erhebung und Repar­tie­rung der Steuern, Wegebau und Wohlfahrt überwachen; die Provinzialversammlung brachte die Abschaffung der Wegefronden zustande 245, 298, 427, 485

Dimpfel, Johann Anton und Hans Albrecht: aus Hamburg gebürtige Kaufleute in Triest, Neffen des in Triest ansässigen Kaufmanns Christian Klopstock und des Dichters Friedrich Gottlieb. Johann Anton war Dir. der Merkantil-See-Assicuranz-Kam­mer. Einem D. wurde 1782 von der Ostind. Komp. (Compagnie des Indes*) der Bau eines Schiffes in Triest über­tragen, der Vertrag wurde jedoch wie­der gelöst 326, 344, 357, 359, 362, 372, 373, 380, 391, 396, 434, 470, 571, 588, 610, 614–7, 629, 634–6, 649, 651, 657, 661, 663, 664, 669, 671, 696, 708, 717, 721, 725–7, 729, 783, 842, 847, 862, 878, 916, 971

Eszterhasy, Esterhasy, Eszterházy de Ga­lán­tha: ungar. Mag­natenfam., deren Hauptast zur dt. Rfst.-würde gelangte, seit 1238 in die Zweige der Illyésházy und Zerházy ge­teilt; der zweite Zweig besaß seit 1421 Schloß und Herrschaft Galántha / Galánta im Preß­bur­ger Komitat, nahm 1584 den Familien­namen E., Frhr. von Galántha an, 1613 Frhr., 1626 ungar. Gf., 1687 Rfst. {37} 75, 526, 686, 818, 829
Emerich VII. Gf. (1726–92): k. Käm., WG. Rat, 1763 FML, 1773 Gen. der Kavallerie, 1774–77 Obergespan des Borsoder Komi­tats, 1777–92 Obergespan des Raaber Ko­mi­tats ∞ Anna Maria, geb. Gfin. Abens­berg-Traun (1741–1807); mögl. bei Z. gen. als «le général», oder: Paul Anton 514, 650, 747–8, 763, 984, 990–2
Franz I. Gf. (?–1758) ∞ 2. Maria Antonia, geb. Gfin. Sauer (1715–1. Sep. 1782)
Franz Gf. (1715–85): WG. Rat, Käm., 1762–­85 Ungar. Hofkanzler, 1783–85 Ba­nus von Kroatien, 1741–83 Obergespan des Wieselburger Komitats, 1752–54 Oberdirektor der Wiener Hoftheater, seit 1753 gemeinsam mit G. Durazzo; 1765–71 Oberst­­käm. des Kgr. Ungarn, 1773–83 Obersthofmeister in Ungarn, am Wiener Hof „Quin-quin“ gen. ∞ 1756 Antonia Franziska Nicoletta, geb. Richard de la Potréau (1726–1801): Schau­spie­lerin am Burgtheater; mögl. bei Z. „Tonerl“*; Kin­der: Franz (1748–1815) und Maria Anna Eleonora (1758–1820) 84, 87, 89, 91, 118, 121, 124, 133, 150–1, 154, 163–4, 170, 176, 185–90, 479, 485–6, 489, 517, 572–3, 579, 625, 707, 713, 715–6, 720, 756, 774, 785–6, 811–3, 823, 834, 841, 844, 850, 853, 861–2, 864–5, 868, 1007
Franz (1746–1811): Bruder Maria Jo­se­phas (Fekete*) und Johann Nepomuks, Käm., Ges. in Venedig, 1791 ungar. Bev. bei den Friedensverhandlungen von Si­sto­wa, 1792 Ges. in Neapel ∞ Maria Erne­stina, geb. Gfin. Starhemberg 486, 517
Jean, Mme de: Frau von Johann Nepomuk*
Johann Nepomuk Gf. (1748–1800): k. Käm. und G. Rat, 1789–90 Obergespan des Za­rán­der Komitats ∞ 1771 Maria Anna, geb. Gfin. Pálffy-Erdödy (1747–99): Tante von J. L. Cobenzl* {47, 76, mögl. 105, 121} 115–6, 120, 720–2, 731, 814–5, 833, 862
Karl Gf. (1725–99): 1759–61 Bischof von Waitzen, 1761 Bischof von Erlau / Eger, 1761–99 Obergespan des Heveser Komi­tats, wid­me­te sich zahlreichen hu­ma­ni­tä­ren und gemeinnützigen Stiftungen und Ein­rich­tungen 151–2
Karl Gf. (1756–1828): Sohn Johann Karls (1723–57) und Maria Annas von Lim­burg-Styrum (1724/25–76); Käm., G. Rat, Mitgl. der vom Landtag 1790–92 aufge­stell­ten Kommission zur Überprüfung der Landesgrenzen ∞ 1775 Elisabeth, geb. Gfin. Festetics de Tolna (1757–1832) 526
Maria Anna Luise, geb. Marchesa Lunati-Visconti (1713–4. Juli 1782): Tochter des Ferdinando Marchese Lunati-Visconti und der Marquise Jeanne Thérèse de Roque­feuille de Puylobard; Hofdame der Elisa­beth Charlotte, Herzogin von Lothringen, seit 1749 Gönnerin Ludwig Z. und seit 1761 Karls ∞ 1734 Paul Anton Fst. E.-Galántha (1711–62): G. Rat, 1748 Gen. der Kaval­lerie, GFM, 1751–52 k. Bot­schaf­ter in Neapel, ernannte Haydn zu sei­nem zweiten Kapellmeister
„la Pcesse“, „la Pcesse la marquise“ {23} 22, 55, 80–2, 84, 88–92, 98–9, 102–4, 110–4, 116, (passim) 126–74, 182–90, 340, 463, 564–5, 705, 715–6, 721–3, 729, 732–4, 813, 832–3, 838, 842, 844, 852–3, 856, 861, 871
Nikolaus III. Joseph, 1762 1. Fst. (1714–90): gen. der Prachtliebende, G. Rat, Käm., 1753 Rgm. Nr. 46, Stab zu Ofen, 1764–­87 HM der ungar. adeligen Leib­gar­de, 1768 GFM, 1762–90 Erbober­gespan des Ödenburger Komitats, 1762–­65 ungar. Oberst­käm., Erbauer des Schlosses in Esz­ter­háza, Auftraggeber Haydns ∞ Maria Elisabeth, geb. Gfin. Un­gnad-Weißen­wolff (1718–90). Grassalko­vich*, Vic­zay* 79, mögl. 80, 112, 826, 850
Paul Anton, 1790 Fst. (1738–94): Sohn des Nikolaus Joseph, 1778–80 Rgm. Nr. 50 in Siebenbürgen, Stab zu Karlsburg; 1780 Rgm. Nr. 45 in Ungarn, Stab zu Wesprem im Komitat gleichen Namens, 1784 FML ∞ 1. Theresia, geb. Gfin. Erdödy (1745–82), Tante des J. L. Cobenzl, 2. Anna Maria, geb. Gfin. Hohenfeld (1767–1848); Kin­der: Maria Theresia (1764–?), Ni­ko­laus (1765–1833), Anton (1767–90), Ma­ria Leopoldine (1776–?) 456, 505, 514, 526, 650, 659, 722, 731, 747–8, 763, 805, 812, 817–8, 820, 823, 826, 827–8, 831, 833–4, 837, 842, 851, 873, 984, 990–2
petite fille du Pce: Anna, geb. Prinzin. Gras­salkovich (1762–1815) ∞ Michael Gf. Viczay (1756–1831); Annas Mutter Marie Anna ist die Tochter Nikolaus’ Fst. Eszterházy von Galántha 79

Recherches et considérations sur les finan­ces de la France de 1595 à 1721, 2 vols (Bâle 1758) und 6 vols (Liège 1758) 231, 240, 287, 293, 300, 316, 348–9, 354, 355, 370–2, 397, 406–7, 539, 580, 587, 610, 626, 658, 759

Observateur anglois, ou Correspondance se­crète entre Milord All’Eye et Milord All’­Ear (Londres 1777–84); hg. von Mathieu François Pidansat de Mairobert in Lon­don; brachte Nachrichten aus Frankreich für das engl. Publikum, war gegen die En­zy­klopädisten, die Physiokraten und die Par­la­mente eingestellt 134, 513, 515–9
Petrovich-Njegos / Petrović-Njegoš, Petar I. (1754–1830): 1774 griech.-orth. Bischof von Karlstadt, 1777 von Karlowitz, in Triest zu­ständig für die griech.-orth. Gem., 1778–79 Reise nach St. Petersburg, 1785 Nachfolger sei­nes Onkels Saba P. als vla­dika (Fst­Bi­schof) von Montenegro {150} 147, 181, 260, 285, 643–4, 646–50, 659, 742, 959, 969, 977, 1001

Raynal, Guillaume-Thomas-François (1713– 96): frz. Historiker; bis 1747 Jesuit, da­nach in Paris in den Salons von d’Holbach, Mme de Geoffrin und Hel­vé­tius, Red. des Mer­cure de France; sein Werk, die Histoire philosophique et poli­tique, ersch. urspr. anonym (6 Bde., Am­sterdam 1771), ein kompilatorisches Werk, an dem u.a. Diderot und Grimm mitarbeiteten; die in Frankreich verbotene neue Genfer Ausg. von 1780 ersch. mit dem Namen des Au­tors; diese wurde nach seiner Reise nach Holland und England mit neuen Do­ku­menten über die span. Kolonien aus­ge­stattet, die Raynal vom span. Min. d’Aran­da erhalten hatte; im Mai 1781 ordnete das Pariser Parlament die Ver­bren­nung des Werks und Raynals Ver­haftung an; Flucht in die Schweiz und nach Deutsch­land, 1787 Rückkehr nach Frank­reich, 1790 Wiederherstellung seiner bür­ger­li­chen Ehre durch die Etats géné­raux, Mitgl. des Institut de France; Cour­ier du Bas-Rhin*, Mauvillon* 902, 929

Histoire philosophique et politique des éta­blissements et du commerce des Euro­péens dans les deux Indes, 6 vols (Am­sterdam 1770), 7 vols (Amsterdam 1773/ 74), (Amsterdam 1772–76) jedes Jahr meh­rere Aufl.; 4 vols (Genève 1780), wei­tere Genfer Ausg. mit 4, 5, 8 und 10 vols (1780 und 1781); dt. Ü.: Mauvillon 55, 59, 537, 580, 855, 944, 953
Spiga, Speik, lat. Valeriana celtica: Wurzel-stock aus der Fam. der Narden; urspr. aus Indien kommend, ist er u.a. auch in den stei­r.-kärntnerischen Bergen beheimatet, wurde zur Herstellung von Ölen und Sei­fen verwendet und war ein wichtiger Ex­port­­artikel nach Italien; bis zur Inter­ven­tion von Z. 1776 war der Export an einen Grazer Kaufmann verpachtet {174, 177–9, 183, 185, 189–91} 60, 70, 88, 312, 350, 372, 408

Stephanie, Gottlieb, gen. der Jüngere (1741– 1800): Halbbruder des „Älteren“ Chris­ti­an Gottlob; Schauspieler, Regisseur, verfaßte Dra­men, Singspiele und Librettos für Opern und Ope­retten, 1782/83 von Jo­seph II. zum alleinigen Leiter der Opern­auf­f. bestellt, 1785 Freimaurer ∞ 1771 Maria Anna, geb. Milka (1751–­1802): aus Prag, 1771–1802 Schau­spie­le­rin am Wie­ner Burg­theater. Der eifer­süch­tige Lieb­ha­ber*, Des Loch in der Thür*, Die neue Schule*, Der Oberamtmann*, Les Philo­sophes*, Die Wildschützen* 88, 945
– Political Arithmetic. Containing obser­va­tions on the present state of Great Britain; and the principles of her policy in the en­couragement of agriculture (London 1774) frz. Ü. von Anne François Joachim Fréville, Arithméthique politique … ad­dres­­sée aux Societés Oeconomiques établies en Europe (La Haye 1775), dt. Ü. von Christian Jakob Kraus, Arthur Young’s, Esq. Verfassers der ökono­mi­schen Reisen durch England, Ehren­mit­glieds der Ge­sell­schaften zu Dublin, York, Manchester, und der ökonomischen Ge­sell­schaft zu Bern, Politische Arith­me­tik … An die öko­no­mischen Gesellschaften in Euro­pa ge­rich­tet … (Königsberg 1777) 418–9, 429, 448, 544